DER SCHUT

ORIGINAL FILMDAUER KINO UND TV



Die Filmdauer der Karl May Filme im KINO und TV

Die heutigen TV und Video (Cassetten) Versionen stammen von den jeweiligen (ORIGINAL) bzw. (FSK-12) oder (FSK-6) Kinofilmen ab. Dabei wurde der einzelne Kinofilm, der mit 24 Bildern pro Sekunde in den Kinos läuft, auf 25 Bilder (Frames) pro Sekunde beschleunigt (PAL Speedup) und dann per Filmabtastung (Telecine) für VIDEO und TV und DVD aufbereitet und produziert.
Danach laufen diese Filme im TV, auf VIDEO und DVD aufgrund der höheren Video- Bildfrequenz (PAL-System), ca. 4 % kürzer als im Kino.

Der SchutDer Schut

D/F/I/Y  © 1964

F: Eastmancolor, 35 mm, 3240 m, Ultrascope (= 2.35:1) (FSK-12)
F: Eastmancolor, 35 mm, 2920 m, Ultrascope (= 2.35:1) (FSK-6)

L: KINO:
118'25'' (ORIGINAL),  ca. 118 Min.
106'44'' (FSK-6),  ca. 107 Min.

L: TV/VIDEO/DVD
113'50'' (ORIGINAL),  ca. 114 Min.
102'27'' (FSK-6),  ca. 102 Min.

FSK:
10./11.08.1964: ab 12 nff (ORIGINAL);
03.12.1965: ab 6 nff (FSK-6)

07.12.2005: ab 16 (DVD)
25.09.2012: ab 12 (DVD), (BD)


UMRECHNUNG: KINOFILM AUF EINZELBILDER

Das Beispiel zeigt den Karl May Film "Der Schut" mit einer Filmlaufzeit von 118'25'' (ORIGINAL).
Wir errechnen zuerst die Gesamtzahl aller Filmbilder und benutzen einige Formeln:

BEISPIEL: 118'25'' (118 MINUTEN UND 25 SEKUNDEN)

(FILM-MINUTEN) x (60 SEKUNDEN x 24 FILMBILDER) = FILMBILDER (M)
118 x (60 x 24) = 169920 FILMBILDER (M)

(FILM-SEKUNDEN) x (24 FILMBILDER) = FILMBILDER (S)
25 x (24) = 600 (FILMBILDER (S)

FILMBILDER (M) + FILMBILDER (S) = FILMBILDER GESAMT (TOTAL)
169920 + 600 = 170520 FILMBILDER (TOTAL)

Der gesamte Film besteht damit aus 170520 einzelnen FILMBILDERN. Diese laufen bei der KINO-Projektion mit 24 Bildern pro Sekunde, verteilt auf mehrere Filmrollen, in 118 Minuten und 25 Sekunden durch den Kinofilmprojektor auf die Kino-Breitwand.

Die Rechenprobe ergibt:
FILMBILDER (TOTAL) : 24 FILMBILDER = SEKUNDEN GESAMT (TOTAL)
170520 : 24 = 7105

7105 SEKUNDEN : (60 SEKUNDEN) = 118,416 MINUTEN
Die Werte hinter dem Komma müssen wir noch von Dezimal auf Sekunden umrechnen.
0,416 MINUTEN x (60 SEKUNDEN) = 24,96 SEKUNDEN

Die Rechenprobe stimmt also mit 118 MINUTEN und 25 SEKUNDEN (!)




UMRECHNUNG: EINZELBILDER AUF VIDEOBILDER

Nun nehmen wir die oben errechneten 170520 FILMBILDER (TOTAL) und teilen sie durch 25 BILDER. Das PAL-System für TV, VIDEO und DVD läuft mit 25 Bildern pro Sekunde. (Halbbilder, Vollbilder usw.) Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie im WorldWideWeb über zahlreiche Suchmaschinen!

170520 FILMBILDER (TOTAL) : 25 (BILDER) = 6820,8 SEKUNDEN (TOTAL)

6820,8 SEKUNDEN (TOTAL) : (60 SEKUNDEN) = 113,68 MINUTEN
Die Werte hinter dem Komma müssen wir noch von Dezimal auf Sekunden umrechnen.
0,68 MINUTEN x (60 SEKUNDEN) = 40,8 SEKUNDEN

Das ergibt 113 MINUTEN und 41 SEKUNDEN und erreicht fast die offiziellen Werte von 113 MINUTEN und 50 SEKUNDEN.


FAZIT

Der Karl May Film "Der Schut" müsste daher eine Filmlänge von 113 Minuten und 41 (50) Sekunden für TV, VIDEO und DVD erreichen. Dann würden wir den Film in seiner ursprünglichen ORIGINAL-KINO-FASSUNG sehen. Der Film wurde für TV, VIDEO, DVD, BLU-RAY (BD) (siehe unten) abgetastet.


VORSPANN + ABSPANN:

Bei allen Film-Messungen seitens der FSK wurde immer der Vorspann (Filmverleih/ Videoverleih) und Filmabspann (Schwarzbild) mit einbezogen.

Gloria-Filmverleih
Vorspann Gloria Film (20 Sek.)
CCC-Film
Vorspann CCC-Film (14 Sek.)
Abspann
Abspann Titelmusik "Der Schut" (2:20 Min.)


Welche Szenen fehlen vom Originalfilm in den TV und VIDEO-Fassungen?


TV:



Die TV-Fassung (ZDF) läuft mit Vorspann CCC-Film exakt 110:58. Hier fehlt lediglich der Vorspann Gloria-Film und der schwarze Filmabspann mit der Titelmusik "Der Schut" (insgesamt wären das 0:20 + 2:20 = 2:40 Minuten). Die Filmstory ist also ungekürzt!

Eine andere TV-Fassung (Kino-FSK-6 Version) die bisher meistens ausgestrahlt wurde, läuft ca. 101 Minuten. Viele kleine Szenen sind hier etwas kürzer oder fehlen. Auch der Vorspann Gloria-Filmverleih und CCC-Film, sowie der schwarze Filmabspann mit der Titelmusik "Der Schut" sind nicht vorhanden.


FILM TV-TIME ORIGINAL 3SAT ARD ARTE BR HR KABEL MDR NDR PRN PRO7 SAT1 SWR WDR ZDF
DS 113:50                          111


VIDEO:



Die längste Video-Fassung, Toppic (1979), Erstauflage, Verleihcassete für Videotheken (Mietcassette) läuft ca. 113 Minuten. Exakt 113:10. Es fehlt lediglich der Vorspann: Gloria-Filmverleih und CCC-Film (34 Sek.)

Die Video-Fassungen von Polyband (1990) (1999) laufen ca. 111 Minuten. Exakt 110:43. Der Vorspann: Gloria-Filmverleih und CCC-Film fehlt (34 Sek.). Ansonsten fehlt nur noch der schwarze Filmabspann mit der Titelmusik "Der Schut" (2:20 Min.).
Das sind zusammen insgesamt 2:54 Minuten. Die Filmstory ist also ungekürzt!


FILM TV-TIME TOPPIC POLYBAND POLYBAND
(IDX) ORIGINAL 1979 1990 1999
DS 113:50 101 (108) 100 (112) 100 (112)


DVD:



DVD: (Erstauflage: 14.11.2005) Karl May Edition 1 - Orient Box

Die DVD "Der Schut" aus der Karl May Orient Box (Universum Film) zeigt nun erstmalig alle Szenen in voller Länge (113:41 Minuten bzw. 1:53:41 Stunden) und im Original-Kino-Breitwandformat von 2.35:1 (codiert anamorph auf 16:9). Erstmals mit Vorspann: Gloria-Filmverleih und CCC-Film (34 Sekunden). Der schwarze Filmabspann mit der Titelmusik "Der Schut" läuft hier ca. 2:20 Minuten.





DVD: (Neuauflage: 26.10.2012) Karl May Orient Box und Karl May Klassikeredition (2013)

Die DVD "Der Schut" aus der Karl May Orient Box (Universum Film) zeigt nur den eigentlichen Film in voller Länge von 1:50:47, also knapp 111 Minuten. Der Vorspann: Gloria-Filmverleih (20 Sekunden) und CCC-Film (14 Sekunden) und der schwarze Filmabspann mit der Titelmusik "Der Schut" von (ca. 2:20 Minuten) fehlen. Damit fehlen vom Original-Kinofilm ca. 2:54 Minuten.


BLU-RAY (BD)



Die Blu-ray läuft 115'31' (1:55:31) und erreicht damit nicht die Kinolaufzeit von 118'25'' (1:58:25). Der Film wird ungeschnitten in hervorragender Qualität in Full-HD (1080p) präsentiert. Allerdings fehlt genau wie bei der DVD Neuauflage der Vorspann Gloria-Filmverleih und CCC-Film und der schwarze Filmabspann mit der Titelmusik "Der Schut".


KINO



Die DVD (Erstauflage) präsentiert den Film in seiner Originalfassung (ORIGINAL, FSK-12), wie er auch damals in den Kinos, zumindest für 16 Monate, lief. Danach gab es nur noch die FSK-6 Fassung in den Kinos, damit auch Kinder ab 6 Jahren diesen Film schon früh sehen konnten. Dieser Film ("Der Schut") war natürlich stark geschnitten und damit verkürzt worden. Der Film hatte nur noch eine Kino-Laufzeit von 106:44 Minuten. (im TV wären das dann 102:27 von ursprünglich 113:50 gewesen)




INFO:

Der "Illustrierter Film Kurier", das offizielle Kino-Film-Programmheft (Nr.12, 1964) zum Karl-May-Film "Der Schut", präsentierte damals einen recht interessanten Artikel:

Eine Meisterleistung von Rih

(Szene aus dem Drehbuch von Georg Marischka)

Über eine abgrundtiefe Schlucht führt eine hölzerne Hängebrücke. Barud, der Anführer, und vier weitere Banditen schneiden mit ihren Messern die Haltetaue an, die die Brücke tragen. Einer der Banditen blickt hinunter in die Schlucht und schaudert, von Schwindel erfaßt. Barud betrachtet schadenfroh sein Werk. Die Banditen ziehen sich rasch in den Hinterhalt zurück.

Kara ben Nemsi und seine Begleiter reiten durch die unwegsame Landschaft. Der Weg verengt sich und führt auf die Hängebrücke zu. Der schmale Pfad neben dem Abgrund zwingt sie, hintereinander zu reiten. Kara blickt prüfend nach vorne. Sein skeptischer Gesichtsausdruck verrät, daß er ein ungutes Gefühl hat. Angespannt betrachtet er die Brücke und winkt den anderen, zurückzubleiben. Er selbst reitet vorsichtig als erster über die Brücke.

Die angeschnittenen Seile werden durch das Gewicht von Pferd und Reiter bis zum Zerreißen gespannt. Eine Seilfaser nach der anderen ringelt sich vom Hauptseil herunter. Aber schon ist Kara in der Mitte der Brücke angelangt. Er verharrt. Scheinbar hat ihn sein Gefühl betrogen. Er bedeutet seinen Begleitern, ihm langsam zu folgen.

Da - schnaubt Rih, der arabische Wunderhengst, plötzlich auf, mit einem Satz saust er los. Ein Hauptseil reißt. Während Kara "herunter!" brüllt, erreicht er gerade noch das gegenüberliegende Ufer und reißt sein Pferd herum. Instinktiv folgen die anderen Tiere dem Beispiel Rihs und jagen über die sich ächzend und knarrend abwärtsneigende Brücke.

Von ihrem Versteck aus betrachten die Banditen in guter Deckung gespannt die Vorgänge unter ihnen. Nun hat auch Hadschi Halef Omar wieder festen Boden erreicht. Aber schon pfeifen die ersten Kugeln der Banditen knapp an Kara und Hadschi vorbei, schlagen dicht neben ihnen in den Fels. Während sich Hadschi sofort in Deckung wirft und zurückschießt, springt Kara vom Pferd, reißt ein Lasso vom Halfter, schwingt es über seinem Kopf und läßt die Schlinge über ein Balkenende der Brücke sausen. Gerade im letzten Moment, denn schon spannt sich ein weiteres Seil bedrohlich. Es kann nicht mehr lange dauern, bis die Brücke in die Tiefe stürzt. Durch Karas blitzschnelle Aktion wird es auch dem dritten Pferd möglich, heil aufs sichere Land zu kommen. Nur sein Reiter befindet sich noch in Lebensgefahr. Durch den jähen Galopp seines Pferdes wurde er aus dem Sattel geworfen. Er liegt auf der Mitte der Brücke und scheint verloren.

Aber Kara hat das Seii um einen Baum gewickelt und an den Sattelknauf Rihs befestigt. Rih, als begreife er, worum es geht, stemmt das ganze Gewicht seines rassigen Körpers gegen den gewaltigen Zug des Seiles. Er wird auf die Hinterhufe gerissen. Kara läßt die Schlinge eines zweiten Lassos über die weite Entfernung um die Brust des Bedrohten auf der Mitte der Brücke sausen, der sich kaum noch halten kann.

In diesem Augenblick stürzt die Brücke donnernd in die Schlucht...

Kara ben Nemsi kann gerade noch das Seil kappen, an dem Rih hängt, um zu verhindern, daß das Pferd mit in die Tiefe gerissen wird. Gleichzeitig zieht er mit letzter Kraft den Geretteten an seinem Lasso hoch, der hilflos über dem Abgrund baumelt.

Das alles dauert nur wenige Sekunden und geschieht unter mörderischem Beschuß durch die Banditen. Doch jetzt, nachdem die drei Männer wieder festen Boden unter den Füßen haben, ist Hadschi Halef Omar nicht mehr allein. Er bekommt Feuerverstärkung.

Ununterbrochen schießt Kara aus dem mehrschüssigen Henrystutzen auf die Helfer des grausamen Schut. Einer von ihnen stürzt plötzlich, er ist zu Tode getroffen. Da sich die restlichen drei Mordbrenner einer gleichen Zahl von Gegnern gegenübersehen, ergreifen sie die Flucht. Hoch aufgerichtet feuern ihnen die drei mutigen Männer nach . . .

© 1964 by Illustrierter Film Kurier (Kino-Film-Programmheft Nr.12)


Im Original Drehbuch findet man diese Szenen unter 12. Bild: "Die Brücke" mit den Einstellungen (Takes) Nr. 59 bis 90 (Drehplan Motiv: "Schlucht mit Holzbrücke")

Quelle: Artur Brauner-Archiv im Deutschen Filminstitut - DIF e.V., Frankfurt (Main)


KOMMENTAR:

Die oben ausführlich geschilderte Filmszene aus dem Drehbuch wurde bisher niemals im Kino gezeigt (!) Weder bei der Kino-Premiere, am 20.08.1964 in Hamburg (siehe Film-Premieren) und auch später nicht. Siehe auch Time-Filmlaufzeiten.

Die fehlenden Szenen mit Kara Ben Nemsis Pferd Rih an der Hängebrücke haben aber ganz andere Gründe. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen über mehrere Tage, während der geplanten Dreharbeiten, musste man die komplette Szene "Hängebrücke" erheblich verkürzen.

Auch diese Szene gab es nicht im Film "Der Schut". Nur als Kino-Aushangfoto (AHF), (EA Gloria 1964) und (WA Gloria 1977) und als Postkarte (Heinerle) (Nr.26) (Motiv seitenverkehrt).

AHF (EA)AHF (WA)Tschita

(l) Kino-Aushangfoto (AHF) "Der Schut" (EA 1964) und (WA 1977) und (r) Postkarte (Heinerle) (Nr.26)

Die Vermutung liegt nahe, dass diese Szene die FSK-12 Freigabe damals nicht überstanden hat und daher noch weggeschnitten wurde. Dauer der Szene nur einige Sekunden. Vermutlich genau neun. Die FSK prüfte den Film am 10. und am 11.08.1964. und kam am Ende bei der Umrechnung von Kinominuten auf TV-Minuten auf minus neun Sekunden. Und die haben sich bestimmt nicht verrechnet. Aber das sind reine Spekulationen...

DVD-Time: 00:44:47 (BD-Time: 00:46:06)
Tschita kann aus dem Felsenverlies entkommen und passiert den zwischen den Steinen liegenden toten Schäfer. Sie rennt am Pferd vorbei und rast immer weiter. Später läuft sie dann dem "Schut" genau in die Arme. Siehe Filmfehler: Der Schut.

Infos zu anderen Szenen: siehe auch Goofs - die Filmfehler der Karl May Filme